| Der Chaperon
ist die Weiterentwicklung einer bestimmten Gugel-Trageform und war über
mehr als 100 Jahre eine der Standard-Kopfbedeckungen des späten Mittelalters.
Obwohl schon wesentlich früher zusammen-gerollte Gugeln auf ähnliche
Art getragenen wurden, taucht erst um 1420 in Paris die Bezeichung Chaperon
auf. Schnell verbreitete sich diese Mode, verschiedentlich abgewandelt,
in ganz Europa und war zunächst eine Kopfbedeckung, des Adel und gehobenen
Bürger-tums. Ab ca. 1450 änderte sich die Form dahingehend, dass
der lange Schal, auch Liripipe oder Sendel-binde genannt, nicht mehr schlauchförmig,
sondern als einfacher Stoffstreifen ausgeführt war, der auch gefranst
sein konnte. Seine Länge war ebenso variabel wie die Trageweise. Das
eigentliche Kopfteil war nun oben offen und glich einem kreisförmigen
Stoffwulst, an dem eine runde Stofffläche asymetrisch angenäht
war. Entgegen vieler Meinungen war dieser Wulst nicht mit Schurwolle gestopft,
sondern es handelte sich tatsächlich um eine Rolle aus Wollstoff. Ab
den 80er Jahren des 15. Jh. war der Chaperon ein Kleidungsstück, das
auch vom einfacheren Bürger getragen wurde. Erst Ende des 15. Jh. verschwand
er aus der Männermode und wurde vom Bonet und später vom Baret
ersetzt. |
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